Vortrag
"Karge" Natur (Oberpfalz) und "harte" Geschichte (80 Jahre Kriegsende mit den darauffolgenden Vertreibungen, Hungerjahren und persönlichen Tragödien) spiegeln sich in vielen Werken des bekannten Schriftstellers und Filmemachers Werner Fritsch wider - so auch in seinem Hörspiel "BACH". Dennoch wirkt es überzeitlich oder zeitlos, weil es uns mit einem schicksalhaften Thema konfrontiert, das in seiner Wucht und Tragweite an griechische Tragödien erinnern. Der Autor schildert das Sterben seines Vaters in der Hendelmühle, die von der Familie Fritsch seit Generationen bewirtschaftet wird. Immer schon war der vorbeifließende Bach klanglicher und symbolischer Hintergrund. Gleichzeitig erinnert "BACH" bewusst auch an den gleichnamigen Komponisten, dessen (Passions-)Musik dem Hörspiel seine spezifische Struktur verleiht. Sterbend denkt der Vater an seine eigenen Eltern, die 1945 von ehemaligen KZ-Häftlingen ermordet wurden, deren Angehörige ihrerseits von den Nationalsozialisten gefoltert und umgebracht worden sind ...
Der bekannte Regensburger Musiker Hans Schanderl hat hierzu Suiten für Cello solo komponiert: "Meine Vorstellung kreiste dabei um den Begriff der Kargheit (und, damit einhergehend, um Atmosphären von Stille, Einsamkeit, Zurückgezogenheit, Versunkenheit . . .), musikalisch verstanden als einem Artikulieren rauer, grober ungeschliffener Klangkeile, mäandernder Schlieren aus dunklen Tiefen, die eingefangen werden in einem Netz von Stille, und dies wie zwischen zwei Spiegeln - ein Reflektieren, Sich-Entfalten, Ausbreiten, Sich-Überlagern, endliches Sich-Auflösen."
Diese Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Stadt Regensburg zum Jahresthema 2025 "Großwetterlage" bzw. "Großwetterlage karge Oberpfalz" statt.
Referenten:
Werner Fritsch
Hans Schanderl, Komponist
Veranstaltungsnr. | 7-79495 |
Datum | Fr 09.05.2025, 19:30 Uhr |
Ort | EmmeramForum, Emmeramsplatz 3, 93047 Regensburg - Saal |
Gebühr | 5,00 € pro Person |
Veranstalter | Akademisches Forum Albertus Magnus und KEB |
Anmeldung | akademischesforum@bistum-regensburg.de oder Tel. 0941/597-1612 |